BZ: Jahreskonzert 2009

Gekonnt und anspruchsvoll

HÄG-EHRSBERG. Dirigent Heinz Benz und seine Trachtenkapelle Häg-Ehrsberg begeisterten beim Jahreskonzert einmal mehr die Zuhörer mit anspruchsvoller Blasmusik. Benz ist bekannt dafür, die Herausforderung beim Höchstmaß zu suchen. So steht ihm mit der Trachtenkapelle Häg-Ehrsberg ein Blasorchester mit 50 Musikern zur Verfügung, das gerne seinen Vorgaben folgt und sich mit ihm auch am Erfolg erfreut.


Diese Freude erlebte man jetzt auch wieder beim Jahreskonzert in der voll besetzten Häger Angenbachtalhalle. Zum Einstieg trat Dirigent Benz zunächst mit dem Jugendorchester auf. Über die modernen Musikstücke wie: "Penny beat" und "Toro Piscine" freute sich das Publikum und spendete herzlich Beifall. Vorstandssprecher Ernst-Josef Philipp teilte bei der Begrüßung mit, dass die engagierten Jungmusiker ab April ins große Blasorchester mit aufgenommen werden, um den Klangkörper weiter zu verstärken. Mit dem Konzertmarsch "Our Director" eröffnete das Jubiläumsorchester, das in diesem Jahr sein 110-jähriges Bestehen feiert, sein Musikprogramm unter dem Titel "Damals und Heute".

Einen musikalischen Bummel durch die österreichische Alpenmetropole Innsbruck servierte die Kapelle nachfolgend dem aufmerksamen Publikum mit dem Konzertwalzer "Sagen aus Alt-Innsbruck" mit einer ausgeprägten harmonischen Klangfülle. Die charmante Ansagerin Mariana Maier bat beim nächsten Vortrag "Fantastische Ouvertüre" um besondere Aufmerksamkeit für einen, in die Komposition eingebauten "langsamen Bolero", der eigentlich eine Rarität sei. Auch diesen Part meisterte das Orchester hervorragend. Wie "aus den Herzen gespielt" trugen die Musiker zum Abschluss des ersten Konzertteils bekannter Melodien aus der Operette "Schwarzwaldmädel" gefühlvoll vor.

Beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle Häg-Ehrsberg glänzte nicht nur das Posaunenregister. Am Konzertabend würdigte der Vizepräsident des Alemannischen Musikverbandes Sven Behringer die Musiker Siegfried Wetzel und Manfred Rümmele für 50 Jahre Blasmusik (linkes Bild von links). Foto: Gerhard Wiezel

Die Pause im Musikprogramm nutzte die Trachtenkapelle für Ehrungen verdienter Blasmusiker. Danach stieg das Blasorchester mit "Choral und Rock out" in die musikalische Neuzeit ein. Bei dazu fetzigen Einlagen suchten die Blicke der Zuschauer immer die dazugehörenden Musikinterpreten auf der Bühne.

Der nächste Vortrag zeichnete mit "The Power of the Mega Tsunami" gekonnt eine Katastrophe nach: Ein Vorspiel beschwingter Melodien – dann Sekunden der plötzlichen Stille – ein musikalisches Brausen, Grollen, Inferno – dann wieder längere Sekunden der Stille – Melodien der Trauer und dann wieder frohere Melodien, die aber nicht mehr den fröhlichen Rhythmus des Anfangs erreichen. Im Solostück " Happy Trumpets" für Trompeten und Flügelhörner zeigten beide Register ihr Können, ehe mit "Piraten der Karibik" Filmmusik erklang.

Schließlich wechselte das Ensemble in den Sound einer Big-Band und brachte mit "String of Pearts" eine Komposition aus der Ära von Glenn Miller zu Gehör. Für die sichtliche zufriedenen Interpreten und ihren strahlenden Dirigenten gab es nicht endend wollenden Beifall. Als Zugabe spielte die Kapelle zwei schmissige Polka-Melodien. In jeder Hinsicht ein genussvoller Abend für alle Freunde der Blasmusik.  

 

Badische Zeitung, 18. März 2009 von Gerhard Wiezel

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